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Mehrere Geothermie-Projekte in der Schweiz

Freitag, 13. Februar 2009 / 10:27 Uhr
aktualisiert: 10:56 Uhr

Frauenfeld - Erdwärme kann ab 100 Grad zur Stromproduktion genutzt werden. In der Schweiz sind mehrere Projekte in Bearbeitung, wie Geothermie.ch schreibt.

Zahlreiche Gebiete in der Schweiz sind für Geothermie geeignet. (Archivbild)

Ein wichtiger, zeitgemässer Einsatzbereich der Geothermie liegt in der Produktion elektrischer Energie, auf der Basis von tiefliegenden Geothermiequellen – 4 bis 6 km – in einer stabilen kontinentalen Umgebung.

In einigen Tausend Metern Tiefe sind Temperaturen vorhanden, die mit einem künstlich geschaffenen Wasserkreislauf an die Erdoberflächegebracht zur Strom- und Wärmeproduktion genutzt werden können.

Wärmeentnahme aus dem kristallinen Grundgebirge

In Mitteleuropa erreicht man in vier bis sechs Kilometer Tiefekristallines Gestein (Grundgebirge), das Temperaturen um 200 Grad Caufweist. Mit dem Stimulierten Geothermischen System (SGS) oder Enhanced Geothermal System (EGS) kann die Energie genutzt werden, indem man mit Bohrungen in diese Gesteinsschicht vordringt, mit hohem Druck eine Klüftung erzeugt und anschliessend über eine zweite Bohrung eine Wasser zirkulation in Gang setzt.

An der Erdoberfläche wird die gewonnene Energie über Wärmetauscher zur Stromerzeugung und Wärmeproduktioneingesetzt. Mit dieser Technologie sollte es möglich sein, Strom als Bandenergie zu erzeugen und kontinuierlich Wärme bereitzustellen.

Hot-Fractured-Rock-Verfahren

Mit dem auch als Hot-Fractured-Rock-Verfahren bezeichneten System setzt man zunächst das angebohrte Kristallingestein mit Wasser unter Druck und versucht damit, die vorhandenen Schwachstellen und Haarrisse oder Klüfte aufzupressen.

Weil das Gestein unter Spannung steht, erfolgt eine geringfügige Verschiebung der unregelmässigen Kluftflächen, so dass eine bleibende Öffnung resultiert. Mit dieser Stimulation ist es möglich, dass das Gestein wasserdurchlässig wird. Damit wird ein Durchlauferhitzer geschaffen.

Geologische Eignung vielerorts

Das grosse Interesse an der SGS-Technologie beruht zum einen auf der Tatsache, dass sie an den meisten Standorten mit kristallinem Gesteinin höchstens 6 km Tiefe angewandt werden kann, und zum andern auf dem Vorzug einer CO2- freien Produktion von Strom aus erneuerbarer Energie, also nachströmender Erdwärme.

Zahlreiche Regionen der Schweiz sind aus geologischer Sicht für solch eine Anlage geeignet. Für den Nachweis der generalle Uebertragbarkeit einer EGS Lösung auf mehrere Standorte braucht es mehrere funktionierende Systeme, an Lokalitäten mit kontrastierenden Untergrund-Eigenschaften.

Für die Wirtschaftlichkeit einer SGS-Anlage ist jedoch aus heutiger Sicht neben der Stromproduktion auch der Verkauf der Überschusswärme wesentlich. Ein entsprechend grosser Wärmeabnehmer, wie z.B. ein Fernwärmenetz muss also in der Nähe vorhanden oder geplant sein.

(ht/pd)


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